Aktuelle Nachrichten aus der Aikido-Sparte im PSV Mainz

Neues Rollbild für das Aikido-Training

Die Dienstagstrainerin Martina hat ein neues Rollbild genäht, das erstmals im Dojo vorgestellt wurde:

Nach traditionellem Vorbild hergestellt, aber nicht aus dickem Reispapier, sondern aus Stoff.

Es zeigt die Kalligraphie TEN DO. TEN - Himmel und DO - Weg > also der himmlische Weg.

Die sehr schwungvoll abgerundete Interpretation ist zugleich ein Wortspiel, denn unser Sensei Shimizu (8. Dan/ Tokyo) ist in dem Ort Tendo geboren. Ein Mönch hat nach langen philosophischen Gesprächen mit Sensei das Original geschaffen.

So heißt auch das Dojo in Tokyo `Tendokan´ > was `Haus des himmlischen Wegs´ bedeutet.

 An solchen Tagen wird bei uns gerne die Gelegenheit genutzt, um neuen Dojo-Mitgliedern traditionelle Hintergründe über die Lebensweise unserer japanischen Freunde näher zu bringen.

Diese Rollbilder sind heute noch in vielen Privatwohnungen in Verwendung. Sie hängen auf der Kamiza-Seite des Raums, was in der Regel gegenüber der Tür ist. Dort war in der Zeit ohne Zentralheizungen der wärmste Platz und die Samurai wussten es sehr zu schätzen, dort sitzen zu können. Denn es ist ein Ehrenplatz. Sicherer ist es auch noch dazu, denn bei einem Überfall waren erst die anderen Menschen im Raum betroffen und man hatte Zeit, zur Waffe zu greifen. Im privaten waffenlosen Bereich befindet sich auf der Kamiza-Seite eine Nische zum Ahnengedenken. Der Ehrenplatz kam in der Regel dem ältesten Familienmitglied zu Gute. In den traditionellen Dojos hängt heute noch ein Rollbild oder ein Druck im Bilderrahmen. Es kommt vor, dass des Aikido-Begründers oder des Begründers einer Stilrichtung mit einem Foto gedacht wird, wenn sie denn verstorben sind.

Im sportlichen Bereich wird häufig einfach nur von der Shomen-Seite gesprochen, was Frontwand oder Kopfwand bedeutet. Auch wir Mainzer Aikidoka sitzen zu Trainingsbeginn auf japanische Weise mit Blick zum Rollbild, das an der Kamiza-Wand aufgehängt wird. Es dient der Konzentration und Einstimmung auf das Aikido- Training. Aller Ärger des Tages soll draußen bleiben. Es gibt jetzt nur noch Aikido und die Trainingspartner. Es ist nicht die schlechteste Methode, damit die des Öfteren sehr lebhaften Begrüßungsgespräche zu beenden. Wenn der jeweilige Trainer den Zeitpunkt für gekommen sieht, verbeugen sich alle vor dem Rollbild. Dann verbeugen sich die Schüler vor dem Trainer.

Wer eine Kampfkunst trainiert, kann gar nicht oft genug an Rücksichtnahme und Eigensicherung erinnert werden. Zum Ende des Trainings hat der Trainer das letzte Wort. Und erneut sammeln sich alle mit Blick zum Rollbild zur eingangs geschilderten Konzentrationsphase, um den Trainingsabend ausklingen zu lassen. An diesem speziellen Dienstagabend sollten sich noch die Fotografen tummeln. Und wir verbeugten uns im übertragenen Sinne vor der Kunsthandwerkerin Martina, die mit ihrem Werk unser Dojo-Leben bereichert hat.

Norbert Fischer


Datum: 12.04.17
Autor: Norbert Fiacher
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An Karate interessierte Kinder von 7 bis 15 Jahren heißen wir willkommen am Montag, dem 22. Mai 2017 um 18 Uhr in unserer Halle in der Dr. Martin-Luther-King-Schule, John-F.-Kennedy-Straße 7, 55122 Mainz (vom Bruchweg-Stadion aus hinter der Schule links auf den Parkplatz einbiegen - die Halle befindet sich am Ende des Parkplatzes links - bitte klingeln).