Willkommen!
Ihr seid auf der Naginata-Seite des Polizeisportvereins Mainz (PSV Mainz) gelandet. Naginata ist eine japanische Kampfsportart, die ihre historischen Wurzeln im japanischen Mittelalter hat – dem Zeitalter der Samurai.Wenn ihr mehr über Naginata erfahren möchtet, seid ihr auf dieser Seite genau richtig.
Natürlich findet ihr hier aber auch Infos rund um die Naginata-Gruppe des PSV Mainz. Unten stehend findet ihr nach Kapiteln sortiert die Antworten auf folgende Fragen:
Wer verbirgt sich hinter der Naginata-Gruppe des PSV Mainz?
Wir, das heißt die Naginata-Treibenden im PSV Mainz, sind ein Team von Naginata-Fans, die eine Gruppe mit regelmäßigem Trainingsangebot im November 2005 gründeten.
Aller Anfang ist zwar schwer, aber die Mühe, eine neue Gruppe (ein Dojo) zu gründen und diese in der Naginata-Welt bekannt zu machen, hat sich gelohnt. Mittlerweile sind unsere Naginata-Kämpfer national und international erfolgreich und trainieren drei Tage in der Woche miteinander. Zudem sind wir stolz, dass von den derzeit sieben deutschen Dan-Trägern, allein vier zu unserem Naginata-Team im PSV Mainz gehören.
Die meisten von uns sind Mitglieder im Deutschen Naginata Bund (DNagB) und damit auch im europäischen und internationalen Naginata-Dachverband (ENF und INF). Dadurch bietet sich uns die Möglichkeit, an Wettkämpfen und Seminaren auf weltweiter Ebene teilzunehmen und Bekanntschaften zu knüpfen.
Derzeit kümmern sich drei Übungsleiter um das Wohlergehen unserer Naginata-ka, denn nicht nur der Erfolg auf Turnieren, sondern vor allen der Spaß am Naginata ist uns wichtig.
Zum Beispiel verwöhnen wir unser Dojo mit zahlreichen Extras im Laufe des Jahres. Dazu zählen Besuche von befreundeten Dojos, gemeinsames Picknick am Rhein, Besuche von Ausstellungen, Weihnachtsfeiern, etc.
Das Wort Naginata bezeichnet zweierlei Dinge, eine bestimmte Waffe und einen modernen Budo-Kampfsport, bei dem mit der Waffe Naginata gekämpft wird. Die Trainingswaffe imitiert dabei eine historische Naginata wie sie zum Beispiel von Samurai und Sohei (Kriegermönche) auf dem Schlachtfeld verwendet wurde. Das bedeutet, dass eine Naginata - sowohl die Trainingsvariante als auch die historische Form - immer aus einem langen Griff (über 2 Meter) und einer Schwertklinge an einem Ende besteht. Schematisch dargestellt, gibt es drei wichtige Formen:


Die oberste Form besteht vollständig aus Holz und wird unter anderem zum Üben der sogenannten Zen Nihon Naginata Kata benutzt. Diese Naginata-Variante imitiert eine historische Naginata (unterste Waffe im Schema), bei der der Schwerpunkt möglichst in der Mitte der Gesamtwaffe liegt. Da die historische Nagianta über mehrere Jahrhunderte benutzt wurde, gibt es viele Spielarten hiervon, zum Beispiel war die Klinge unterschiedlich stark gebogen bzw. variierte in der Länge. Meistens befand sich an einem Griffende auch eine kleine Metallspitze, mit der zugestochen werden konnte.
Die mittlere Form im obigen Schema zeigt eine Naginata, deren Griff aus Eiche und deren "Klinge" aus flexiblen Bambusstreben besteht. Die Holz-Bambus-Variante ist die primäre Trainingswaffe in der Sportart Naginata, die im normalen Training und auf Wettkämpfen benutzt wird.
Wer noch mehr über die Waffe selbst wissen möchte, kann gerne unsere Linkliste als Einstieg nutzen, sich noch nähere Informationen im Internet zu suchen.
Historisches zur Waffe Naginata
Es ist nicht bekannt, wann genau die Naginata entwickelt wurde, aber der frühste Beleg stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist eine bildliche Darstellung. Damit die Betrachter das Bild verstehen konnten, musste die Naginata also schon zuvor bekannt gewesen sein. Die Geschichte der Naginata ab dem 11. Jahrhundert ist dagegen besser fassbar, da sie lange Zeit zur Standartausrüstung eines Samurai gehörte. Auch bei den japanischen Kriegermönchen, den Sohei, war die Naginata eine beliebte Waffe.
Da eine Naginata über zwei Meter lang ist, kann sie mit sehr viel Schwung geführt werden, so dass kraftvolle Schnitte möglich werden. Die Schattenseite ist allerdings, dass zugleich auch sehr viel Platz benötigt wird, um mit einer Naginata zu kämpfen. Deshalb musste sie das Schlachtfeld "verlassen" als der Formationskampf mit großen Heeren an Bedeutung gewann. Die Naginata wurde aber nicht vergessen, sondern fand einen neuen Einsatzort: Aufgrund der großen Reichweite und der Hebelwirkung erhielten adlige Frauen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert Naginata-Unterricht, um im Notfall Haus und Hof verteidigen zu können.
Der Budosport
Naginata als moderne Budo-Kampfsportart weist noch viele Ähnlichkeiten mit der Kriegskunst auf, aus der sie sich entwickelte. Aber natürlich gibt es ebenso viele Unterschiede und zahlreiche Einschränkungen, die einen Wettkampfsport mit der Naginata erst ermöglichen. Zum Beispiel ist die historische Waffe Naginata zwar schon sehr lange bekannt – der erste Beleg stammt aus dem 11. Jahrhundert – aber die Sportart Naginata ist eine ungleich jüngere Schöpfung.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Naginata als Sportart in japanischen Schulen eingeführt, wurde jedoch nach dem zweiten Weltkrieg unterbunden, da Naginata als zu militaristisch galt. Erst in den 1950ern lebte die Sportart Naginata wieder auf und kehrte an die Schulen und Dojos in ganz Japan wieder. Dies ist auch die Zeit, in der standardisierte Regeln Naginata-Wettkämpfe formuliert wurden, so wurde unter anderem ein Punktesystem eingeführt, das bis heute Gültigkeit hat.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Budo-Sport Naginata und der Kriegskunst ist das Repertoire an Bewegungen, das einem Kämpfer zur Verfügung steht. Es blieben zwar große, runde Bewegungen, die viel Raum benötigen, erhalten. Dagegen mussten zum Beispiel Schnittbewegungen von unten nach oben völlig eliminiert werden. Der Grund: Im Naginata-Wettkampf sind die Sportler durch eine spezifische Rüstung (Bôgu) geschützt, die allerdings nicht den gesamten Körper, sondern nur bestimmte Bereiche schützen. Um das Verletzungsrisiko im Freikampf zu minimieren, mussten entsprechend einige Angriffstechniken für den Wettkampfbereich verboten werden.

Eine Übung in Rüstung (Bôgu); in der Grundhaltung steht man stets parallel zur Waffe
Um allerdings nicht die alte Kriegskunst ganz in Vergessen geraten zu lassen, entstand in den 1970ern die so genannte Zen Nihon Naginata Kata. Hierbei handelt es sich um fest definierte Bewegungsabläufe, die mögliche Kampfsequenzen wiederspiegeln. Es gibt einen Angreifer und einen Verteidiger, der erfolgreich die Angriffe kontert. Auf diese Weise werden traditionelle Aspekte bewahrt. Neben der Sportart Naginata und der Zen Nihon Naginata Kata gibt es sehr viele traditionelle Stile, von denen viele nur noch in Japan gelehrt werden.

zwei Naginataka bei einer Kata-Vorführung
Der Wettkampf
Der sportliche Wettkampf ist ein wichtiges Element im Naginata. Es gibt zwei Wettkampfarten, die in diesem Kapitel kurz vorgestellt werden und die beide auf den meisten offiziellen Turnieren durchgeführt werden: Engi und Shiai.
Auch wenn viele Naginata-Sporler auf Wettkämpfen starten und das Üben des Freikampfes (Shiai) fest zum normalen Training gehört, besteht hier kein Zugzwang. Es ist durchaus möglich viele Jahrzehnte Naginata zu betreiben, ohne je bei einem Turnier zu starten.
Engi
Beim Engi treten zwei Paare ohne Rüstung (Bôgu) gegeneinander an und es wird die Teamleistung bewertet. Beim Engi ist das Zusammenwirken der Naginata-Partner ein wesentliches Kriterium, das über Sieg oder Niederlage entscheidet. Denn beide Paar führen bestimmte Bewegungsabläufe vor und es gewinnt das Paar, bei dem die Geisteshaltung, die Bewegungen und die Zusammenarbeit besser sind.
Diese Bewegungsabläufe bestehen aus einer Reihe von Angriffs- und Kontertechniken, die standardisiert sind. Es gibt zwei verschiedene Arten von Bewegungsabläufen, die sich sowohl hinsichtlich der verwendeten Waffenvariante als auch hinsichtlich der konkreten Bewegungsmuster unterscheiden:

Für Shikake Ôji wird eine Trainingswaffe aus Eiche und Bambus benutzt, für die Formen der Zen Nihon Naginata Kata hingegen eine Naginata aus Vollholz, deren Form und deren Schwerpunkt eine historische Naginata imitieren.
Shiai
Im Freikampf, dem Shiai, treten zwei Naginata-Kämpfer in Rüstung (Bôgû) gegeneinander an. Es dürfen nur für den Wettkampf zugelassene Techniken eingesetzt werden und mit diesen dürfen auch nur geschützte Körperpartien angegriffen werden. Auf diese Weise wird das Verletzungsrisiko beim Naginata minimiert.
Die folgende Grafik zeigt und benennt die erlaubte Trefferflächen, die über den ganzen Körper verteilt sind:

Es gibt zwei Möglichkeiten einen Kampf für sich zu entscheiden: Durch einen Punktvorsprung nach Ablauf der Kampfzeit oder bei Gleichstand durch einen Schiedsrichterentscheid (Hantei). In einem Naginata-Shiai können maximal zwei Punkte von einem Kämpfer erreicht werden. Schafft er dies, ist der entsprechende Kampf sofort beendet.
Die besondere Herausforderung im Shiai liegt darin, dass nicht jeder Treffer auch als Punkt von den drei Schiedsrichtern auch als Punkt gewertet wird. Vielmehr müssen mehrere Faktoren gleichzeitig erfüllt werden:
Ein Shiai stellt hohe körperliche und geistige Anforderungen an einen Kämpfer. Sowohl Reaktionsgeschwindigkeit als auch Körperbeherrschung, Ausdauer und Konzentrationwerden benötigt, um den Wettkampf für sich zu entscheiden. Daher ist die reguläre Kampfzeit auf drei Minuten beschränkt. Sollte danach noch kein Gewinner feststehen, kann in der Verlängerung von einer Minute weitergekämpft werden. Der erste Punkt, der in der Verlängerung gemacht wird, ist entscheidend und beendet die Begegnung.
Bei einigen Turnieren wird zudem auf den Schiedsrichterentscheid (Hantei) zurück gegriffen. Hier erklären die Schiedsrichter den besseren Kämpfer zum Sieger, wenn nach dem Kampf Gleichstand besteht. Ein Hantei kann nach dem Ablauf der regulären Kampfzeit genutzt werden oder nach Verlängerung.
Jeder, der mitmachen möchte. Naginata kennt keinen Altersgrenze nach oben, denn jeder leistet nur das, was er möchte und kann, denn Naginata ist nicht nur ein Sport. Wer bei uns trainieren möchte, braucht auch keine Vorkenntnisse irgendeiner Art und nicht einmal eine spezielle Ausrüstung. Anfängern wird das Material für das Training gestellt.
Bitte meldet euch bei einem der Übungsleiter vorab, wenn ihr mit uns trainieren möchtet, damit wir euch eine Leihwaffe mitbringen können.
