Die Geschichte der Tischtennisabteilung
...
ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Philipp Hofem. Als am 5. Mai
1951 der Aufnahmeantrag an den Rheinhessischen Tischtennis-Verband
(RTTV) gestellt wurde, gehörte "Fips" wie er allenthalben nur genannt
wurde, zu den Gründungsmitgliedern der PSV-Tischtennisabteilung.
Erster Abteilungsleiter war aber Bruno Gerhard. Als er zwölf Monate
später aus beruflichen Gründen das Amt niederlegen musste, trat Fips
Hofem - zunächst kommissarisch für ein halbes Jahr - seine Nachfolge
an. Aus dem halben Jahr wurden fast 40 Jahre. Er hätte die
Abteilungsleitung Ende der 80er Jahre gern in jüngere Hände gelegt,
doch es war schwer, einen Nachfolger zu finden. Erst als im Dezember
1990 sein gesundheitlicher Zustand es nicht mehr erlaubte, das Amt
auszuüben, fand sich in Gerd Adolphi ein Nachfolger. Der hielt es
allerdings nicht so lange an der Spitze des PSV-Tischtennis-Spieler aus
und übergab die Funktion 1996 an Rolf-Michael Hofmann, der bis heute
die Abteilung leitet.
Doch zurück zu den Anfängen. Das erste
Spiellokal befand sich unter dem Dach des Polizeipräsidiums. Die
Marienschule (das heutige Willigis-Gymnasium) und ein Raum in der
Zitadelle waren die nächsten Stationen, ehe der PSV in der
Ludwig-Schwamb-Schule heimisch wurde.
Sportliche Erfolge ließen
nicht lange auf sich warten. Von der Kreisliga stieg die erste
Herren-Mannschaft über die Bezirksklasse (1952) in die Landesliga
Rhein-hessen (1956) auf. Viermal in Folge wurde der PSV Meister dieser
Klasse, scheiterte aber jeweils in den Aufstiegsspielen zur Oberliga,
damals der höchsten Spielklasse Deutschlands. 1963 wurde das PSV-Team
bei der Neuordnung der Ligen in die 2. Liga Südwest eingestuft. Dort
belegte das Team 1969 Platz eins, scheiterte aber noch im
Entscheidungsspiel. Ein Jahr später war es dann endlich soweit mit 3:4
Punkten schaffte der PSV in der Aufstel-lung: Roland Kuhnert, Walter
Petri, Wilhelm Niemann, Herbert Gimbel, Willi Kröhl und Hansi Vogel,
den Aufstieg in die Oberliga. Es war der größte Erfolg in der
Geschichte des PSV. Abgerundet wurde die gute Saison durch den
Rheinland-Pfalz-Titel, den sich Walter Petri im Einzel erkämpfte.
Vorher und nachher gab es nichts Vergleichbares. In der Oberliga
belegte der PSV Platz fünf (1971), sechs (1972) und neun (1973 und
1974). Reichte beim ersten Mal dank glücklicher Umstände der neunte
Rang zum Klassenverbleib, bedeutete die gleiche Plazierung ein Jahr
später den Abstieg aus der Oberliga. 1976 erfolgte der Abstieg in die
Hessenliga, 1977 in die Landesliga Hessen Süd. Doch die Abwärtsbewegung
konnte gestoppt werden. Bei der Einführung der Rheinland-Pfalz-Liga
1980 setzte sich der PSV mit den Spielern Peter Gallenstein, Bernd
Decker, Hansi Vogel, Jörn Allebrand,Karl-Heinz Stellwagen und Michael
Krautmann ungeschlagen in der Quali-fikationsrunde durch. Nach Platz
neun und sechs musste die Mannschaft 1982 aus dieser Klasse
zurückgezogen werden, da vier Spieler den Verein verließen. Mit einer
jungen Mannschaft (Wilfried Geiberger, Volker Schmidt, Stefan Stemmler,
Stefan Eser, Volker Lehmann und Oliver Kropp) gelang 1986 der
Wiederaufstieg. Es war der letzte Höhenflug. Danach war schon der
Verbleib in der 1. Verbandsliga ein großer Erfolg. Mit Stefan Gelberg,
Adrian Kossytorz, Matthias Reichardt, Friedhard Teuffel, Christo-pher
Keim, Kianusch Yousefikejani und Mario Bilic hatte der PSV zu Beginn
der 90er Jahre noch ein Mal eine gute Mannschaft. Doch als diese
Mannschaft auseinander fiel, waren die glanzvollen Zeiten vorbei. Das
Jahr 2001, das Jubiläumsjahr, hat erneut einen tiefen Einschnitt
gebracht. Wieder verließen sieben Spieler aus der bisherigen ersten
Mannschaft den Verein. Zwei Herren-Mannschaften sind der traurige Rest
alter Herrlichkeit. Zum Vergleich: in der Saison 1986/87 gingen neun
(!) Herren-, ein Damen, zwei Jugend-, ein Mädchen- und ein Anfängerteam
auf Punktejagd. Die Kreis-klasse A ist jetzt das höchste der Gefühle.
Oberliga und Rheinland-Pfalz-Liga sind nur noch ferne Erinnerung.
Allerdings nehmen die Tischtennis-Spieler des PSV ihre soziale Aufgabe
im Brennpunkt Oberstadt weiterhin wahr. Als einer der wenigen
Tischtennis-Vereine in der Innenstadt engagiert sich der PSV weiterhin
in der Jugendarbeit. Kinder aus den umliegenden Wohngebieten, die einen
hohen Ausländeranteil haben, werden in den Ver-ein integriert, lernen
im Verein, sich im friedlichen Wettkampf zu messen. Die
Tischtennis-Abteilung ist vor drei Jahren eine Kooperation mit der
Ludwig-Schwamb-Schule eingegangen. In einer
Tischtennis-Arbeitsgemeinschaft, die von einem Lehrer geleitet wird und
die auf Platten des PSV durchgeführt wird, werden Schüler an den
Tischtennis-Sport her-angeführt und werden so ermutigt, auch im Verein
diesen Sport auszuüben. Die Tischtennis-Abteilung beschränkte sich in
ihrer 50-jährigen Geschichte nicht nur auf die Teilnahme am Einzel- und
Mannschaftsspielbedtrieb. Die Zelluloidartisten des PSV waren jahrelang
ein reisefreudiges Völkchen. Es begann 1958 mit einer fünftägigen
Radtour nach Karlsruhe und Stuttgart, die Fips Hofem mit den
Jugendspielern unternahm. Freundschaftsspiele ge-gen die
Polizei-Sportvereine Wien und Karlsruhe folgten 1962. Im gleichen Jahr
wurden bei einer Radtour durch Belgien und Holland auch Spiele gegen
Mannschaften aus Biggekerke, Middelburg und Vlissingen durchgeführt.
Wichtigste Ziele der unternehmungslustigen PSV-Spieler wurden Berlin
und Hall in Tirol. Über 25 Jahre wurde der kleine Ort vor den Toren
Innsbrucks Jahr für Jahr angesteuert. Erst in den 90er Jahren, als es
immer schwerer wurde, Interessenten für diese Fahrt an den Alpenrand zu
finden, schlief diese schöne Tradition ein. Doch noch einmal flackerte
danach die Reiselust auf. Mehrere Jahre hintereinander besuchte der PSV
mit seinen Jugendspielern das internationale Osterturnier in Flensburg.
Das ist auch der Weg, um ein klein wenig der alten Stärke
zurückzugewinnen. Das Vereinsleben muss mehr sein, als nur
Trainingsbesuche und Punktspiele. Die verbleibenen Spieler müssen enger
zusammenrücken und sich auch außerhalb der Halle als Gemeinschaft
begreifen.